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FINMA-Rundschreiben 2016/7: Die wichtigsten Änderungen

Was die finma Revision 2026 für digitales Onboarding bedeutet

Die geplante Revision des FINMA-Rund­schreibens 2016/7 bringt mehr Klarheit für digitale Identifikations- und Signaturprozesse. Sie erweitert den technischen Handlungsspielraum, präzisiert die Anforderungen an die Wohnsitzprüfung und verankert e-ID sowie qualifizierte elektronische Signaturen (QES) explizit im Regelwerk. Gleichzeitig steigen die Erwartungen an eine saubere Strukturierung und konsistente Umsetzung digitaler Prozesse.

Portrait von Thorsten Hau, CEO und Gründer von fidentity
Thorsten Hau
9.2.2026

Für wen sind die Änderungen relevant?

Die Änderungen betreffen insbesondere:

  • Banken und Finanzintermediäre
  • Anbieter von digitalen Onboarding- und KYC-Prozessen
  • Organisationen, die qualifizierte elektronische Signaturen (QES) einsetzen
  • Teams, die e-ID-basierte Identifikation evaluieren oder vorbereiten

Kurz: alle Organisationen, die Identifikation und Vertragsabschlüsse nicht als Einzelfall, sondern als skalierbaren digitalen Prozess verstehen.

Was ändert sich konkret?

Mehr technologische Offenheit bei Ausweisdokumenten:
Neben Ausweisen mit maschinenlesbarer Zone (MRZ) sind künftig auch Ausweise mit QR-Codes für die Video- und Online-Identifikation zulässig. Dadurch können zusätzliche Ausweisdokumente eingesetzt werden, die ausschliesslich über einen QR-Code verfügen. Das erhöht die Flexibilität bei der Ausweiswahl und schafft Spielraum für modernere Onboarding-Flows.

Wohnsitzprüfung wird verbindlich:
Die Wohnsitzprüfung wird klar geregelt und ist künftig bei allen Korrespondenzeröffnungen vorgeschrieben – sowohl im Kontext der qualifizierten elektronischen Signatur als auch bei e-ID-basierten Verfahren.

Zulässige Mittel sind unter anderem:

✔ Abgleich mit offiziellen Post- und Adressdatenbanken
✔ Registerabgleiche
✔ Dokumentenbasierte Nachweise wie Utility Bills

Bei e-ID-Verfahren ist kein Selfie erforderlich, die Wohnsitzprüfung hingegen zwingend. In der Praxis wird der Wohnsitz damit zu einem eigenständigen, planbaren Prozessschritt. Das ist besonders relevant für Organisationen, die Identifikation und Signatur in Serie durchführen und manuelle Sonderfälle vermeiden wollen.

QES explizit auch für Geschäftskunden:
Neu wird ausdrücklich festgehalten, dass qualifizierte elektronische Signaturen auch bei Geschäftskonten zulässig sind. Das schafft Rechtssicherheit für digitale B2B-Prozesse – etwa bei der Kontoeröffnung für Unternehmen, bei Zeichnungs- und Vertretungsregelungen oder bei Vertragsabschlüssen mit mehreren beteiligten Personen.

Zur FINMA-Medienmitteilung

Klarstellung statt Neuausrichtung

Die Revision bringt keine fundamentalen Umbrüche. Im Fokus stehen die Pflege und Homogenisierung bestehender Regelungen sowie gezielte Ergänzungen, insbesondere im Bereich der e-ID. Die Vorgaben werden klarer, konsistenter und besser auf heutige digitale Prozesse abgestimmt.

Die Schweizer e-ID als zusätzlicher Identifikationsweg

Die Schweizer e-ID wird als Mittel zur Online-Identifikation zugelassen. Sie bietet damit einen einfachen und standardisierten Weg zur digitalen Korrespondenzeröffnung. Für bestehende Onboarding-Prozesse bedeutet das keine Ablösung etablierter Verfahren, sondern eine zusätzliche, regulatorisch verankerte Option.

Unser Blick nach vorn: Wohnsitz als modularer Prozessbaustein

Regulatorische Anforderungen und gute User Experience lassen sich verbinden, wenn die Wohnsitzprüfung als modularer Schritt konzipiert wird, zum Beispiel:

  • Primär über den Abgleich mit Post- und Adressdatenbanken
  • Ergänzend als Fallback über einen automatisierten Utility-Bill-Scan mit strukturiertem Auslesen der relevanten Daten

So bleibt der Prozess schlank und regulatorisch sauber aufgesetzt, ganz ohne unnötige Komplexität für Nutzerinnen und Nutzer.

Fazit

Die FINMA-Revision 2026 macht digitales Onboarding flexibler und gleichzeitig strukturierter. Wer die neuen Vorgaben frühzeitig konsistent umsetzt, schafft nicht nur regulatorische Sicherheit, sondern auch bessere Nutzererlebnisse und stabile, zukunftsfähige Prozesse.

Fragen zur Umsetzung der FINMA-Revision?

Ob e-ID oder Wohnsitzprüfung: Wir unterstützen Sie dabei, die neuen Anforderungen der FINMA sauber, praxisnah und nutzerfreundlich in Ihre Onboarding-Prozesse zu integrieren.

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Portrait René Greiss, Head of Sales and Business Development
René Greiss
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